Rückblick: Get Started Gründerfrühstück mit Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann

Baden-Württemberg – und besonders die Region um Stuttgart – sind bekannt für die Fülle an Industrieunternehmen, die sich hier niedergelassen haben: von IT-Riesen wie HP und SAP bis hin zu Fertigungskonzernen wie Daimler, Bosch oder Trumpf. Kein Wunder also, dass in Baden-Württemberg auch immer mehr Startups gegründet werden und Initiativen wie CODE_n oder die Startup Autobahn die Gründerszene der Region unterstützen. In den rappelvollen Stuttgarter CODE_n Spaces haben wir heute mit dem Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann Wünsche und Ideen für den Standort aus Startup-Perspektive diskutiert.

Erstes politisches Get Started Gründerfrühstück in Baden-Württemberg

Ulrich Dietz, Bitkom-Vizepräsident sowie Gründer & Initiator von CODE_n, betonte in seinem Grußwort die Notwendigkeit für Unternehmen, sich jetzt mit der Digitalisierung und der eigenen Transformation auseinanderzusetzen.  Außerdem wünscht er sich eine starke Strategie für das Land Baden-Württemberg, insbesondere mit Blick auf die Mobilität der Zukunft, bei der das Land mit gutem Beispiel vorangehen sollte.

Der Ministerpräsident selbst hob in seinem Impuls hervor, wie sehr er Gründer mit ihrem Durchhaltewillen und innovativen Nach-Vorne-Preschen zu schätzen weiß. Allerdings stellt er auch fest, dass aufgrund der vollen Auftragsbücher und der guten Jobchancen viele gut ausgebildete Fachkräfte zu etablierten Unternehmen gehen, statt selbst zu gründen. Mit einem hohen einstelligen Millionenbetrag möchte die Landesregierung dem gegensteuern und eine noch bessere Gründungskultur an den vielen Hochschulen des Landes zu etablieren.

 

Ministerpräsident Kretschmann diskutiert mit zwei Gründern aus Baden-Württemberg

Was unternimmt die Landesregierung noch, um das Land der Tüftler und Erfinder für nationale und internationale Gründer attraktiver zu machen? Und was sind die Standortbedingungen, die Gründungswillige in Baden-Württemberg vorfinden? Über diese und weitere Punkte sprachen die Ambigate-Gründerin Caroline Dabels und Sebastian Wagner von Geospin, moderiert von TV-Moderatorin Katrin-Cécile Ziegler, mit dem Ministerpräsidenten. Wie bei unserem letztjährigen Berliner Gründerfrühstück mit der Bürgermeisterin und Wirtschaftssenatorin Ramona Pop wurde auch hier die Frage aufgeworfen, warum die Ministerien und Landesinstitutionen nicht selbst Lösungen von Startups einsetzen. Caroline Dabels schoss charmant die Bemerkung hinterher, dass ihre Lösung für die betriebliche Gesundheitsvorsorge sicherlich auch für Ministeriumsmitarbeiter spannend sei.

 

Finanzierung & die fehlende Kultur des Scheiterns

Das Dauerbrennerthema Finanzierung spielt selbstverständlich auch für die baden-württembergischen Gründer eine wichtige Rolle. Ministerpräsident Kretschmann, der sich selbst schon ein Bild vom Silicon Valley und dem Silicon Wadi in Tel Aviv gemacht hat, meint, dass niemand im Silicon Valley erwarten würde, dass der Staat einen Wagniskapitalfonds aufsetzt. Gründer Sebastian Wagner kontert mit der Feststellung, dass es nicht immer um die großen Summen gehe, sondern auch eine breit angelegte Initiative vielen Startups mit relativ wenig Geld helfen könnte. Eine interessante Idee, die sicherlich auch dem Streben nach Absicherung entgegenkommt und dazu beitragen kann, einfacher „vom toten Pferd abzusteigen und neu anzufangen“, wie es der Ministerpräsident in seinem Impuls formulierte.

Die rege Diskussion auf dem Podium, die Fragen aus dem Publikum und das Networking im Nachgang zeigten, wie wichtig den Gründern in Baden-Württemberg der Kontakt zur Politik ist. Wir freuen uns, dass wir einen Beitrag zum Austausch leisten konnten und bedanken uns recht herzlich für die tolle Moderation von Katrin-Cécile Ziegler sowie für die Gastfreundschaft von CODE_n!

 

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