Rückblick: Get Started Gründerfrühstück mit dem Regierenden Bürgermeister Michael Müller

Wie groß das Interesse der Berliner Gründer an einem Austausch mit der hiesigen Politik ist, zeigte sich gestern Morgen an dem regen Andrang bei unserem Get Started Gründerfrühstück im Telefónica BASECAMP: Über 150 Gäste kamen um sich die Diskussion mit Michael Müller, dem Regierenden Bürgermeister von Berlin, Gründerin Pia Frey von Opinary und Maxim Nohroudi, Bitkom-Landessprecher und Gründer von Door2Door, anzuhören. Gemeinsam warfen sie einen Blick auf die Entwicklung der Berliner Startup-Szene und sprachen über Hindernisse, die es noch zu bewältigen gilt und darüber, wie man enger zusammenarbeiten kann, damit die Bewältigung dieser Hindernisse besser gelingt.

„In Berlin wird alle 20 Stunden ein Startup gegründet“

Nach der Veranstaltungseröffnung durch Bitkom-Landessprecher Maxim Nohroudi gab Michael Müller einen kurzen Impulsvortrag zu  den Themen, mit denen sich sein Senat in Bezug auf Startups und Digitalisierung beschäftigt. Dabei betonte er die Wichtigkeit der digitalen Wirtschaft für Berlin, die mittlerweile zum Teil eine größere Rolle für die Wirtschaft spiele als die klassische Industrie. Was ihn jedoch extrem unter Druck setze, wenn es darum geht, die Digitalbranche besser zu unterstützen: Berlin wächst jährlich um 40.000 Bürger. Wegen des großen Andrangs steht nur wenig freie Fläche zu Verfügung, die Startups als Bürofläche nutzen können. Und wenn, dann ist diese teuer. Aus diesem Grund möchte er an neuen Wohn- und Mobilitätskonzepten für die Stadt arbeiten.

Was er außerdem vermisse, sei die konkrete Zusammenarbeit zwischen der Politik und der Startup-Szene. Vor allem kreative Ideen zur Lösung der Büroflächennot wünscht er sich von den innovativen Unternehmen – Pia Frey stellte auch direkt eins vor: „In New York stellen Restaurants und Cafés ihre Räumlichkeiten für Startups an Tagen bereit, an denen sie geschlossen sind.“

Breitbandausbau & modernere Behörden  

Ein Problem, das sowohl Pia als auch Maxim nur zu gut kennen, sei der Gang von neuen ausländischen Fachkräften zur Einwanderungsbehörde: zu lange Wartezeiten, analoge Prozesse und fehlende Englischkenntnisse. Maxim bedauere dabei vor allem den ersten Eindruck, den neue Kollegen von Deutschland gewinnen. Ein weiterer Punkt, der viele Startups in Berlin vor Hindernisse stellt, sei das Internet: „Wenn unsere Kollegen aus New York oder London zu Besuch sind und wir unsere Mitarbeiter dann nach Hause senden müssen, weil das Internet nicht mehr geht, wundern die sich schon darüber“, erklärte Pia.

In Zukunft die Politik mit Gründern zusammenzubringen – dabei möchten Maxim und Pia ihn gerne unterstützen. Und zur Einwanderungsbehörde würden sie ihn auch gerne mal mitnehmen, dann könne er sich sein ganz eigenes Bild davon machen. Klar wird, die Berliner Politik hat das Potenzial der Gründerszene erkannt – davon konnten sich die rund 150 Teilnehmer heute ein Bild machen. Es gibt aber auch noch viele Baustellen, an denen der Senat anpacken kann, um Berliner Gründer besser zu unterstützen. Mit dem Ankauf von Flächen in Berlin und einer Änderung beim Gewerbemietrecht, für das sich der Senat auf Bundesebene einsetzt, nannte Müller schon mal zwei konkrete Vorhaben, mit denen er sich für bessere Rahmenbedingungen für Startups einsetzen möchte.

Dass viel von ihm erwartet wird, zeigten ihm nicht nur Pia und Maxim in der Podiumsdiskussion, sondern auch die vielen Fragen und Anregungen aus dem Publikum. Wir freuen uns, dass wir die Diskussion zwischen Startups und Politik in Berlin fördern und einen Beitrag zu Vernetzung leisten konnten.

 

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