Rückblick: Get Started Gründerfrühstück mit Ministerpräsident Armin Laschet in Düsseldorf

Eine passendere Location als den Starplatz im Medienhafen hätten wir uns für unser Get Started Gründerfrühstück in Düsseldorf mit Ministerpräsident Armin Laschet kaum wünschen können: Nicht nur haben sich viele junge Unternehmen dort am Wasserufer niedergelassen, auch fanden die Verhandlungen zum Koalitionsvertrag der neuen Landesregierung nur eine Etage tiefer im selben Gebäude statt. Auch in Hinblick auf die Startup-Politik hat sich die Nordrhein-Westfälische Landesregierung einiges vorgenommen. Wie es um die Umsetzung dieser Vorhaben steht, war eines der vielen spannenden Themen, das wir auf unserem Gründerfrühstück mit Armin Laschet, Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Achim Berg, Präsident des Bitkom e.V., und Sascha Poggemann, Gründer von Cognigy, diskutiert haben.

Wie kann man Gründern dabei helfen, zu gründen?

Zu Beginn der Veranstaltung betonte der Ministerpräsident, dass die Digitalstrategie der Landespolitik Nordrhein-Westfalen nicht nur digitale Themen, wie beispielsweise der immer wiederkehrende Breitbandausbau, beinhalte. Eine Priorität sei vor allem auch die Startup-Politik, die konkret vorsehe, als Land Gründern dabei zu helfen, zu gründen.  Armin Laschet ist der Überzeugung, dass Nordrhein-Westfalen als Gründerland das Potential dazu hat, bei Gründungen ganz vorne mitzuspielen.  Er sprach viele Themen an, die es noch zu bearbeiten gibt, um für bessere Rahmenbedingungen für Startups zu sorgen. Zentral waren dabei vor allem die Bereiche digitale Bildung, Bürokratieabbau, Wagniskapital und Finanzierung. Zu letzterem Punkt betonte Laschet, dass es für Nordrhein-Westfalen besonders wichtig sei, dass der, der eine Idee hat, auch die Chance bekommt, diese wirklich umzusetzen. Darin gelte es noch viel besser zu werden. Er wies aber auch auf wichtige Schritte hin, die Nordrhein-Westfalen in diesem Hinblick bereits unternommen hat: Erst vor wenigen Tagen startete beispielsweise das neue Gründerstipendium in NRW, das junge Gründer in ihrer Gründungs-Phase unterstützen soll.

Should I stay or should I go?

Gründer Sascha Poggemann von Cognigy stand schon öfter vor der Frage: in Nordrhein-Westfalen bleiben, oder doch lieber in die USA ziehen? Die Frage kommt nicht von ungefähr, auch Armin Laschet erwähnte bereits in seiner Ansprache, dass ein Blick ins Silicon Valley dabei helfen kann, bessere Rahmenbedingungen für Startups zu schaffen. Die Vorteile in Düsseldorf überwiegen für Sascha dann doch: Cognigy, die eine Language Conversation-Technologie entwickelt haben, profitieren inzwischen einfach zu viel von dem breiten Netzwerk, das sie sich aus Nordrhein-Westfalen heraus aufgebaut haben. Er kritisiert außerdem, dass in den USA Mitarbeiter oft nur für wenige Monate im Unternehmen bleiben und dann wieder abspringen und die Neueinstellungen von vorne losgehen. In Deutschland hingegen sei die Loyalität zum Unternehmen größer: „Die Leute, die ich mit ins Team hole, sind mit dabei und rocken, die wollen das mit schaffen und werden irgendwann Teil des Produkts und der Vision. Ich glaube, das zeichnet uns auch gegenüber anderen Ländern aus.“

 

Bessere Voraussetzungen betreffen nicht nur Nordrhein-Westfalen

Nicht nur in Nordrhein-Westfalen sei es wichtig, jedem mit einer guten Idee die Chance zu bieten, diese umzusetzen, sondern in Deutschland generell müsse man an noch besseren grundsätzlichen Voraussetzungen für Startups arbeiten, betonte Bitkom Präsident Achim Berg. In Nordrhein-Westfalen seien dafür schon große Schritte gemacht worden, die dort ansetzen und bereits gut weitergeholfen haben.

Ein wichtiges Thema, auf das die Diskussionsteilnehmer immer wieder zurückkamen, war die Notwendigkeit des Bürokratieabbaus, um bessere Bedingungen für Startups zu schaffen. In diesem Zusammenhang kritisierte Achim Berg die im Mai verabschiedete Datenschutzgrundverordnung. Diese habe nicht wie geplant die großen Unternehmen getroffen sondern falle nun viel mehr den kleinen zur Last. Berg spricht sich dafür aus, zukünftig aus solchen Fehlern zu lernen und bezieht sich dabei vor allem auf die kommende e-Privacy Verordnung.

Die rege Diskussion auf dem Podium, die Fragen aus dem Publikum und das Networking im Nachgang zeigten, wie wichtig den Gründern in Nordrhein-Westfalen der Kontakt zur Politik ist und vice versa. Wir freuen uns, dass wir einen Beitrag zum Austausch leisten konnten und bedanken uns recht herzlich für die tolle Moderation von Cosima Gill sowie für die Gastfreundschaft von STARTPLATZ Düsseldorf und natürlich bei allen, die mit dabei waren!

 

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